Pumpen & Kompressoren8 Minuten Lesezeit

Kreiselpumpen richtig auswählen

Die richtige Kreiselpumpe ist entscheidend für die Effizienz und Betriebssicherheit Ihrer Anlage. Ob in der Pharmaindustrie, der Wasserversorgung oder der chemischen Prozesstechnik – diese Anleitung gibt Ihnen einen strukturierten Überblick über die relevanten Auswahlkriterien.

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Hydraulische Auslegungskriterien

Der erste Schritt bei der Pumpenauswahl ist die Bestimmung des hydraulischen Betriebspunkts. Dazu benötigen Sie den Förderstrom (m³/h) sowie die erforderliche Förderhöhe (m). Der Betriebspunkt sollte im Bereich des besten Wirkungsgrads (BEP – Best Efficiency Point) der Kennlinie liegen, typischerweise zwischen 70–110 % des Nennförderstroms. Systemkennlinien müssen für Teillast- und Überlastbetrieb separat berechnet werden. Kavitation durch zu niedrigen NPSH-Wert ist der häufigste Schadensursache bei Kreiselpumpen und muss in der Planung ausgeschlossen werden.

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Werkstoffauswahl nach Medium und Branche

Das Fördermedium bestimmt maßgeblich die Werkstoffauswahl für Gehäuse, Laufrad und Dichtung. Für neutrale wässrige Medien genügen oft Grauguss (EN-GJL-250) oder Sphäroguss. Aggressive Medien in der Chemieindustrie erfordern mindestens 1.4408 (CF-8M) oder hastelloide Legierungen. In der Pharmaindustrie sind elektropolierte Oberflächen aus 1.4435 (316L) mit Ra ≤ 0,8 µm gemäß ASME BPE Standard vorgeschrieben. Lebensmitteltauglichkeit nach EU-Verordnung 10/2011 ist gesondert zu dokumentieren. Wellenabdichtungen als mechanische Gleitringdichtungen sind gegenüber Stopfbuchsen in modernen Anlagen der Standard, da sie wartungsarm und leckagearm sind.

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Leistungsdaten und Normen

Energieeffizienz ist seit der EU-Ökodesign-Verordnung 547/2012 (Pumpen) reguliert. Nassläufer mit integriertem EC-Motor erzielen Gesamtanlagenwirkungsgrade über 70 %. Für den industriellen Einsatz sind Leistungsbandbreiten nach ISO 9906 (Messgenauigkeitsklassen 1–3) maßgeblich. Bei mehrstufigen Hochdruckpumpen sinkt die spezifische Drehzahl (ns), was andere Laufradgeometrien erfordert. ATEX-Anforderungen für den Betrieb in explosionsgefährdeten Bereichen sind im Vorfeld durch eine Zoneneinstufung gemäß EN 60079-10 zu prüfen.

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Industrieanwendungen im Vergleich

Wasser/Abwasser: Großvolumige Tauchmotorpumpen (DN 100–600), robusteWerkstoffauswahl, Verstopfungsschutz durch freiströmende Laufräder. Pharma/Biotech: GMP-konforme Einstufenpumpen, sterile Anschlüsse (DIN 11851, Tri-Clamp), vollständige Rückverfolgbarkeit der Werkstoffe. Chemie: Hermetisch dichte Spaltrohr- oder Magnetkupplungspumpen, um Leckagen giftiger oder brennbarer Medien zu vermeiden. Öl & Gas: API 610-konforme Hochdruck-Zentrifugalpumpen mit speziellen Anforderungen an Schwingungsüberwachung und Reservepumpe.

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